Weichenstellungen für Bildung und Heimat

In der letzten Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport standen zukunftsweisende Entscheidungen für die Schullandschaft und die Kulturförderung im Rhein-Erft-Kreis auf der Agenda. Im Fokus der Beratungen standen die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung sowie die Würdigung ehrenamtlichen Engagements.

Angesichts des ab dem Schuljahr 2026/2027 stufenweise in Kraft tretenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung im Primarbereich bringt der Kreis zwei zentrale Satzungen auf den Weg. Diese regeln die Elternbeiträge für die Offene Ganztagsschule (OGS) an den Sprachförderschulen sowie für die Ganztagsbetreuung an Förderschulen mit den Schwerpunkten „Geistige Entwicklung“ sowie „Emotionale und soziale Entwicklung“.

Die Beiträge sind sozial gestaffelt: Haushalte mit einem Bruttojahreseinkommen bis zu 20.000 Euro bleiben beitragsfrei. Der Höchstbetrag für die OGS liegt ab August 2026 bei 240 Euro monatlich. Um die Betreuungsqualität sicherzustellen, wurde zudem ein europaweites Ausschreibungsverfahren für einen „infrastrukturellen Personalpool“ (Klassenassistenzen) eingeleitet, für das bereits zahlreiche Angebote vorliegen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Bilanz der Internationalen Förderklassen (IFK) und „Fit für Mehr“-Klassen (FFM) an den Berufskollegs. Aktuell werden dort 287 Schülerinnen und Schüler mit geringen Deutschkenntnissen auf Abschlüsse und den Arbeitsmarkt vorbereitet. Trotz eines leichten Rückgangs der Gesamtschülerzahlen an den Berufskollegs in den letzten Jahren (von 4.842 im Jahr 2021 auf 4.741 im Jahr 2025) bleibt das Angebot eine zentrale Säule der regionalen Bildungslandschaft.

Positive Nachrichten gibt es auch für das Ehrenamt: Der Rhein-Erft-Kreis schreibt den „Heimatpreis NRW“ für die Jahre 2026 und 2027 erneut aus. Mit Preisgeldern von insgesamt 15.000 Euro pro Jahr – unterstützt durch Landesmittel – sollen Projekte gewürdigt werden, die die lokale Identität stärken und als nachahmenswerte Praxisbeispiele dienen.

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