CDU sieht Haushalt 2026 in greifbarer Nähe
Die CDU-Fraktion im Stadtrat der Kolpingstadt Kerpen sieht gute Chancen, in den kommenden Wochen einen gemeinsamen Haushalt für das Jahr 2026 auf den Weg zu bringen. Auf Initiative der CDU hatte der Fraktionsvorsitzende Heiner Funke alle Spitzenvertreter der Fraktionen und Gruppierungen des Stadtrates zu einer gemeinsamen Gesprächsrunde eingeladen. Bis auf die Partei Die Linke waren alle eingeladenen Parteien und Gruppierungen der Einladung gefolgt. Die Sitzung fand am 18.05.2026 im großen Ratssaal der Stadt Kerpen statt.
Bereits im Vorfeld hatte die CDU allen Beteiligten eine umfangreiche Unterlage mit möglichen Änderungen sowie Einsparpotenzialen zur Verfügung gestellt. Diese diente während der gesamten Sitzung als gemeinsame Gesprächsgrundlage. Moderiert wurde die Diskussion durch den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Ralph Löhr, die Sitzungsleitung übernahm Fraktionsvorsitzender Heiner Funke. Durch die frühzeitige Übersendung der Unterlagen konnten sich alle Teilnehmer gezielt auf die Beratungen vorbereiten und eigene Vorschläge einbringen.
Im Verlauf der Gespräche wurde deutlich, dass allen Fraktionen und Gruppierungen die schwierige finanzielle Situation der Stadt sowie die Notwendigkeit von Einsparungen bewusst sind. Nach Einschätzung der CDU fanden die vorgeschlagenen Maßnahmen und Einsparpotenziale bei den übrigen Fraktionen und Gruppierungen zu rund 80 Prozent Zustimmung. Die Gespräche verliefen über den gesamten Abend hinweg konstruktiv, sachlich und lösungsorientiert.
Deutlich zurückgewiesen wurde in der Gesprächsrunde die öffentliche Darstellung, die CDU wolle die Erft-Lagune um jeden Preis schließen. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ralph Löhr stellte klar, dass es nicht um eine vorschnelle Schließung des Bades gehe. Vielmehr müsse verhindert werden, weitere finanzielle Mittel bereitzustellen, solange keine tragfähige und langfristige Planung für die Zukunft der Einrichtung vorliege.
Nach den bisherigen Beratungen zeichnet sich derzeit eine mögliche Kompromisslösung ab. Demnach könnte die Erft-Lagune weiterhin als Schul- und Vereinsbad betrieben werden. Zusätzlich wird geprüft, ob in den Abendstunden sowie an Wochenenden Schwimmzeiten im Hallenbereich für die Bevölkerung angeboten werden können.
Eine abschließende Entscheidung konnte hierzu jedoch noch nicht getroffen werden. Hintergrund ist, dass eine Anfrage des Fraktionsvorsitzenden Heiner Funke an den Bürgermeister bislang nur teilweise beantwortet wurde. Aus Sicht der CDU sind trotz mehrfacher Nachfrage weiterhin viele wesentliche Fragen offen geblieben. Die bisherigen Antworten seien daher insgesamt unzureichend.
Die gesamte Fraktionsspitze der CDU machte im Verlauf der Gespräche nochmals deutlich, dass in den kommenden Jahren an wesentlichen strukturellen Veränderungen gearbeitet werden müsse. Dabei spiele insbesondere das Thema Digitalisierung weiterhin eine zentrale Rolle und solle keinesfalls in den Hintergrund geraten. Vielmehr wolle die CDU gezielt nach kostengünstigeren Lösungen suchen und prüfen, inwieweit externe Fachleute Vorschläge und Konzepte erarbeiten können, die zu effizienten und zukunftsträchtigen Lösungen führen.
Die Sitzung endete erst nach 22 Uhr und dauerte damit mehr als drei Stunden. Trotz teilweise unterschiedlicher Auffassungen wurde deutlich, dass nahezu alle Fraktionen und Gruppierungen bereit sind, gemeinsam an einem tragfähigen Haushalt 2026 für die Kolpingstadt Kerpen zu arbeiten.
Die CDU vereinbarte mit den Anwesenden, am 28.05.2026 zu einer weiteren Gesprächsrunde zusammenzukommen, um die noch offenen und bislang nicht konsensfähigen Themen abschließend zu beraten. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Norman Franke zeigte sich zuversichtlich, dass dabei ein weitgehender Konsens zwischen den Fraktionen und Gruppierungen erreicht werden könne.
Bereits einige Stunden vor der Sitzung hatte die SPD eine Presseerklärung veröffentlicht, ohne das Ergebnis der gemeinsamen Beratungen abzuwarten. „Wir werten dies als mangelnde Zuversicht, eine gemeinsame Lösung zwischen den Parteien finden zu können“, erklärte Ralph F. Löhr.
