Antwort der Verwaltung zur Sicherheit der Deckenkonstruktion im Foyer des Neubaus der Ulrichschule in Sindorf

Der technische Beigeordnete Thomas Marner bedankt sich für den Hinweis auf den Vorfall im Foyer des Neubaus der Ulrichschule Sindorf. Er kann gut nachvollziehen, dass ein herabfallendes Deckenelement bei Eltern, Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie Besucherinnen und Besuchern Fragen und Sorgen auslöst.

Für die Kolpingstadt Kerpen hat die Sicherheit in unseren Schulen oberste Priorität. Deshalb wurde der Vorfall unmittelbar fachlich geprüft. Inzwischen haben sich die zuständige Projektleitung der Stadt, die ausführende Fachfirma, Vertreter des Herstellers Knauf sowie der Architekt vor Ort mit der Situation befasst.
Nach derzeitigem Stand handelt es sich bei der eingebauten Decke nicht um ein Magnetsystem. Verbaut ist ein bauaufsichtlich zugelassenes Akustikdeckensystem der Firma Knauf. Die Platten werden mechanisch in einer Unterkonstruktion gehalten. Die vorliegenden Bauunterlagen und Fachunternehmererklärungen bestätigen, dass das System nach den Herstellervorgaben und den zum Zeitpunkt der Errichtung geltenden technischen Regeln ausgeführt wurde.

Auch die Frage der Erdbebenzone wurde geprüft. Die Ulrichschule wurde nach der damals in Nordrhein-Westfalen geltenden Normenlage geplant, genehmigt und fertiggestellt. Die inzwischen eingeführten neueren Anforderungen gelten nicht rückwirkend für dieses Gebäude. Das bedeutet aber nicht, dass die Konstruktion deshalb als unsicher einzustufen wäre.

Unabhängig davon nehmen wir den Vorfall sehr ernst. Die genaue Ursache konnte bislang nicht abschließend festgestellt werden. Hinweise auf ein allgemeines oder flächendeckendes Versagen der Deckenkonstruktion liegen derzeit nicht vor. Das gleiche Deckensystem ist seit mehreren Jahren im Schulgebäude und im angrenzenden Begegnungszentrum im täglichen Betrieb. Vergleichbare Vorfälle sind dort nicht dokumentiert.

Um dennoch jedes vermeidbare Risiko auszuschließen, wird die Stadt eine zusätzliche Sicherungsmaßnahme veranlassen. Die Deckenplatten im frei zugänglichen Foyerbereich, der nur mit Gerüst erreicht werden kann, sollen zusätzlich mechanisch verschraubt werden. Damit wird über die bisherige Systembefestigung hinaus eine weitere Sicherung geschaffen.

Die Arbeiten sollen möglichst kurzfristig und außerhalb des Schulbetriebs erfolgen. Vorgesehen ist, das Gerüst nach Schulende an einem Freitagnachmittag aufzubauen und die Sicherungsarbeiten am Samstag durchzuführen. Als Termin ist derzeit das Wochenende 10./11. Juli 2026 vorgesehen; die abschließende Bestätigung durch das Fachunternehmen steht noch aus.

Bis dahin wird der Hauptfluchtweg nicht durch Gerüste, Absperrungen oder provisorische Stützen eingeschränkt. Eine solche Einschränkung könnte im Evakuierungsfall selbst ein Sicherheitsrisiko darstellen. Die erforderlichen Fluchtwegbreiten bleiben daher erhalten.

Sollten sich bei den anstehenden Arbeiten neue Erkenntnisse ergeben, wird die Verwaltung selbstverständlich erneut informieren.

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